Westhavelland – das ist vor allem
flaches weites
Land mit ausgedehnten Wiesen, viel Wasser und wenigen kleinen
Dörfern. Früher konnte sich die Havel bei ihrem
Frühjahrshochwasser hier ungehindert ausbreiten –
die Havelaue wurde jedes Mal eine Seenlandschaft und der Boden dabei
auch noch gedüngt. Heute beschränken Deiche diese
Überschwemmungsflächen, dafür kann der Pegel
jetzt höher steigen.
Vom Wasser geformt
Das Wasser bestimmt noch immer den Charakter dieser Landschaft – wenn auch die einstigen Niedermoore heute weitgehend kultiviert und nur noch in Resten vorhanden sind. Die oft nur extensiv genutzten Feuchtwiesen bieten aber immer noch vielen zum Teil seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.
Seen sind hier seltener als weiter
flussaufwärts,
aber immerhin
hat Gülpe seinen eigenen See, der auch noch recht bekannt ist
– zumindest bei den Ornithologen. Kein Wunder –
bildet er doch das Zentrum eines der bedeutendsten
Gänserastplätze Mitteleuropas. Das beeindruckende
Schauspiel der Gänsescharen, die abends zum Schlafen
auf dem See und morgens zum Fressen auf den umliegenden Wiesen
einfallen, lohnt auch eine weitere Reise. Dazu kommen noch zahlreiche
Kraniche, Singschwäne, diverse Wildenten, Seeadler
und
viele andere – man kann hier im Herbst und Frühjahr
ohne
weiteres über 100 Vogelarten antreffen.
Hügel und Kiefern
Das Westhavelland ist
aber nicht nur flach. Die von
den Gletschern der letzten Eiszeit hinterlassenen Moränen
bilden hier inselartige flachwellige Höhenzüge, die
sogenannten
Ländchen. Die Landschaft wird von Kiefernwald und
Äckern bestimmt. Das östlich von Gülpe
gelegene Ländchen Rhinow ist vor allem durch den 110 m hohen
Gollenberg bekannt geworden, auf dem Otto Lilienthal seine Flugversuche
durchführte, die 1896 das bekannte tragische Ende nahmen.
Goldene Herbsteszeit
Ja – und natürlich darf in diesem kurzen Abriss auch Ribbeck nicht fehlen. Der „von Ribbeck auf Ribbeck“ fällt wohl den meisten zum Thema Havelland ein. Gut 50 km weiter östlich liegt das Dorf, kurz vor Nauen – ein beliebtes Touristenziel. Den alten Birnbaum gibt es natürlich längst nicht mehr, das junge Bäumchen vor der liebevoll restaurierten Kirche bildet bereits die dritte Generation. Das Gutshaus ist heute Altenheim, die Familie von Ribbeck hat jetzt ihre eigene Website, und unter www.kircheribbeck.de kann man sich sogar Fontanes Gedicht vorlesen lassen.