
Gülpe ist ein kleines Dorf im westlichen Landkreis Havelland, ca. 100 km westlich von Berlin, und gehört heute zur Gemeinde Havelaue. Es liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Havelberg und Rathenow am rechten Ufer der Gülper Havel, einem schmalen, noch weitgehend natürlich gebliebenen Seitenarm der Havel, die hier die Grenze zu Sachsen-Anhalt bildet.
Geschichtliches
Die erste urkundliche Nennung des Ortes stammt aus dem Jahre 1441. Der Name Gülpe stammt aus dem Wendischen, wobei es jedoch für die Bedeutung zwei Möglichkeiten gibt: Er könnte von Golpe (= Taubendorf) abgeleitet sein oder von Gelippa, einer wendischen Fischergöttin. Als Juelpe bzw. Gulippe war das Dorf von 1445 bis in die Neuzeit im Besitz der Familie von der Hagen. Bis 1767 bestand es als sogenannter Rundling lediglich aus den die Kirche umgebenden Höfen und Häusern.
Am Havelufer
Südwestlich von Gülpe liegt am rechten Ufer der „großen“ Havel ein alter Burgwall, der Pilatsch oder Pilatusberg. Benannt ist er nach dem Raubritter Pilatus, der hier im Mittelalter in einer alten Burg gelebt haben soll, die damals noch auf einer von Havelarmen umflossenen Insel stand.
Etwas
weiter flussabwärts hat die Universität von
Potsdam im ehemaligen
„Hünemörderhof“ eine ökologische Station
eingerichtet, in der seit 1975 Biologen
und Geoökologen forschen und lehren und Studierende ihre
Freiland-Praktika durchführen können.